Bericht: PIRATEN Südbrandenburg bei den Flüchtlingsprotesten in Berlin

Am Wochenende trafen sich Piraten aus ganz Brandenburg zur Aufstellungsversammlung in Strausberg, um dort die Landesliste und Direktkandidaten für die Bundestagswahl im kommenden Jahr zu wählen. Nach zwei sehr anstrengenden Versammlungstagen machten sich am Sonntag Abend neben vielen anderen Piraten auch drei Vorstandsmitglieder des Regionalverband Südbrandenburg auf den Weg zu den Flüchtligsprotesten am Brandenburger Tor.

Die Berichte, die uns bisher aus dem Netz erreichten, waren schockierend. Den Flüchtlingen, die sich seit inzwischen sechs Tagen bei eisigen Temperaturen auf dem Pariser Platz im Hungerstreik befinden, wurden von der Polizei Schlafsäcke, Decken und Zelte weggenommen. Auch Pappen, Isomatten und alles, was gegen die Bodenkälte schützt, sind verboten. Die Protestierenden dürfen sich nicht einmal auf ihre Sachen oder Taschen setzen. Inzwischen wurden Regenschirme, Transparente und anderes mit Sprüchen versehen, um sie zu Versammlungsgegenständen umzudeklarieren.

Im Auto versuchten wir über Twitter Informationen zu bekommen, welche Materialien benötigt werden. Die Liste, die uns erreichte, war umspektakulär: Milch, Schals, beschriftete Dinge, die sich zur Wärmeisolierung eignen, Farben und Pinsel. Also fuhren wir erstmal zum Hauptbahnhof, um dort einzukaufen. Von dort aus ging es dann zum Brandenburger Tor.

Wir lieferten die kurz zuvor besorgten Utensilien, wie Schals, Fingermalfarbe, Pinsel, einen dicken Edding und Milch ab. Wir wurden sofort von einer Gruppe Flüchtlinge in Empfang genommen. Wir händigten einem von Ihnen auch noch zwei Päckchen Tabak aus. Die Menschen bedankten sich überschwänglich, was uns allen unangenehm war, wohl weil wir wussten, dass das was wir hier leisten, nicht im entferntesten an das heranreicht, was die Menschen hier vor Ort jeden Tag und jede Nacht unter widrigsten Bedingungen leisten. Wir wurden dringlichst dazu aufgefordert den Protest an die Öffentlichkeit zu tragen und für die Umsetzung der Forderungen zu kämpfen. Wir erklärten ihnen, dass wir noch nicht in Parlamenten sitzen und keine Entscheidungsgewalt besitzen. Wir versprachen Ihnen aber zu tun, was wir können, um ihre Situation zu verbessern.

Die Hilflosigkeit war uns ins Gesicht geschrieben, aber wir erkannten auch, dass sich die Menschen hier auf dem Pariser Platz über jeden Besuch und jede noch so kleine Hilfestellung sehr freuen und dass wir ihnen damit Kraft geben weiter zu machen.

Wir fordern jeden Menschen auf, sich mit den Flüchtlingen auf dem Pariser Platz solidarisch zu zeigen und sie, wo es nur geht zu unterstützen. Aktuelle Informationen können bei uns eingeholt werden. Wir geben gern Auskunft.

Kein Mensch ist illegal! Seid solidarisch!

Lutz Bommel, Sascha Kahle, Thomas Langen

Informationen zu den Flüchtlingsprotesten
Pressemitteilung der Piratenpartei Deutschland
Aktuelles Pad